«Apfel»

Neue Sonderausstellung im Naturama Aargau

Das Naturama kann der Versuchung nicht widerstehen und beisst in die verbotene und doch so süsse Frucht! Die neue Ausstellung, konzipiert vom Naturmuseum Thurgau erzählt spannende Geschichten zum Kulturgut «Apfel». Über die Biologie der Fortpflanzung bis zum Machtsymbol in Form des Reichsapfels oder als Frucht der Verführung. Vom 29. April bis 17. September 2017 wird die Ausstellung im Naturama in eine Landschaft mit blühenden Hochstammbäumen eingebettet – in ein Paradies der Artenvielfalt.

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(Bilder: Martin Bolliger) Blühende Apfelbäume einer Obstplantage.

Woher mag der Brauch stammen, einem Kosmonauten nach seiner Rückkehr auf die Erde einen Apfel zu überreichen? Liegt es am Naturwissenschaftler Isaac Newton (1643–1727), der durch einen zu Boden fallenden Apfel zum Gesetz der Gravitation, das die Astronauten im Weltraum überwunden haben, inspiriert worden sein soll? Oder hängt es damit zusammen, dass nach dem wochenlangen Essen synthetischer Astronautenkost ein frischer Apfel ganz einfach irdische Freude bedeutet? Das Beispiel zeigt deutlich: Der Apfel ist weit mehr als nur eine Frucht.

König der Früchte und Hightech-Produkt
Der Apfel ist ein Rosengewächs, botanisch betrachtet. Er ist Rohstoff und Markenprodukt, vielfältiges Symbol und Motiv im Alltag. Ein Apfelbaum ist Lebensraum und prägt Landschaften. Der Apfel gilt darum wohl zu Recht als König der Früchte. Heute ist er allerdings ein nur mehr wenig beachtetes Alltagsprodukt und kämpft im Supermarkt neben Bananen, Kiwis und anderen exotischen Früchten um die Aufmerksamkeit der Konsumentinnen und Konsumenten. Der Apfel ist heute ein Hightech-Produkt aus dem Forschungslabor: Einkreuzung von Resistenzgenen, Analyse des Zucker- und Säuregehalts, elektronische Farbmessungen, Haltbarkeitstests im Verkaufsregal, sensorische Bewertung von Festigkeit, Knackigkeit und Saftigkeit und viele weitere Schritte sind nötig, bis eine neue Apfelsorte den Weg in den Verkauf findet.

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Der Apfel ist die beliebteste Schweizer Frucht.

Überraschende Vielfalt
Die Ausstellung macht Genussqualität und Bedeutung, Geschichte und Symbolik, Sortenreichtum und mannigfache Verarbeitung des Apfels sichtbar und lässt uns den König der Früchte in seiner ganzen Vielfalt erleben und erfahren. Sie ist in die vier Module Natur, Kultur, Produktion und Konsum gegliedert. Das Rahmenprogramm mit geführten Ausstellungsrundgängen, Kinder- und Familienworkshops drinnen und draussen, einer Podiumsdiskussion zur Rolle der Bienen im Ökosystem und viele weitere Angebote begleiten die Ausstellung.

Beliebteste Frucht von Herrn und Frau Schweizer
Der Apfel ist heute die mit Abstand beliebteste Schweizer Frucht: 18 kg werden jedes Jahr pro Person gegessen. Die meisten Konsumentinnen und Konsumenten wünschen das ganze Jahr über Äpfel in gleichbleibender Qualität. Die im Grosshandel angebotenen Tafeläpfel stammen vorwiegend aus Niederstammkulturen. Diese werden zu über 90% nach den Richtlinien der integrierten Produktion bewirtschaftet. Niederstammkulturen ermöglichen eine rationelle und ertragreiche Produktion, da auf einer Hektare zwischen 2000 und 6000 Bäume in Reihen gepflanzt werden können. 70% der Tafelobstanlagen sind mit Netzen gegen Hagel geschützt. Trotz technischer Hilfsmittel ist auch der Anbau von Äpfeln in Niederstammkulturen von den Launen der Natur abhängig und bleibt anspruchsvoll.

Redaktion

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