FAIR FOOD aus dem Ausland

Die Schweiz importiert jĂ€hrlich rund 120’000t Fleisch, 100’000t Milchprodukte und 700 Mio. Eier − produziert oftmals unter Tierhaltungs-, Transport- und Schlachtbedingungen, die hierzulande verboten sind. Es ist inkonsequent und sittenwidrig, das Wohlbefinden und die Gesundheit von vielen Millionen Tieren im Ausland auszublenden. Tierschutz hört nicht an der Grenze auf.

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(Bilder: STS) MasthĂŒhner: Im Ausland kennt man keine Bestandes-Obergrenzen

Mit Ausnahme von China erzeugen die grössten Tierproduzenten, namentlich die EU, die USA, Brasilien, Argentinien und Ozeanien, riesige ÜberschĂŒsse, die sie auf dem Weltmarkt verscherbeln. Die Schweiz andererseits ist ein bedeutendes und gesuchtes Importland. Hier liegt der Selbstversorgungsgrad bei Eiern, GeflĂŒgel und Lamm bei nur gerade 50%, beim Rind sind es 80%. Es dĂŒrften weit ĂŒber 100 Mio. Tiere sein − ein Mehrfaches dessen, was auf Schweizer Bauernhöfen lebt − die fĂŒr uns in auslĂ€ndischen StĂ€llen auf allen Kontinenten stehen und geschlachtet und verarbeitet werden.

Nutztierschutz im Ausland
Schweizer Produktionsstandards unterscheiden sich in tierschĂŒtzerischer Hinsicht oft stark vom Ausland. China, die USA und SĂŒdamerika kennen keine detaillierten, konkreten Mindestvorschriften zum Tierschutz in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung. Auch die EU hat bislang nur zur Haltung von Legehennen, Schweinen, KĂ€lbern und Mastpoulets verbindliche Richtlinien erlassen.

Über den Nutztierschutz im Ausland informiert die neue STS-BroschĂŒre «Tierschutz hört nicht an der Grenze auf». Sie bezieht gesetzliche Vorschriften, Bio- und internationale VeterinĂ€rstandards und den World Animal Protection-Index (api.worldanimalprotection.org) mit ein und schildert die Entwicklungen in den USA, in SĂŒdamerika, Afrika und Asien.

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Tiertransport: Im Ausland sind Tiertransporte nicht beschrÀnkt

SchwerpunktmÀssig geht die Recherche auf die Situation in der EU ein und beleuchtet die Unterschiede zur Schweiz hinsichtlich Tierschutzgesetzgebung und Verbreitung tierfreundlicher Haltungsformen.

Hinzu kommt der Erfahrungsbericht eines STS-Expertenteams, welches im Auftrag von Importeuren und Detaillisten in den vergangenen Jahren Tierhaltung, Tiertransporte und Schlachthöfe in neun europÀischen LÀndern begutachtet hat.

Nicht wegschauen
Die Schweiz muss sich der Verantwortung stellen, die das Produzieren im Ausland mit sich bringt. EntscheidungstrĂ€gern und vielen Konsumentinnen und Konsumenten ist bewusst, wieviel Tierleid mit so manchem Importprodukt verbunden ist. Nicht von ungefĂ€hr setzen mittlerweile einige Detaillisten auf tierschutzkonforme Importe und bessere Kundeninformation. Der Schweizer Tierschutz STS fordert die Politik auf, diese Anstrengungen der Wirtschaft zum Wohl der Tiere und fĂŒr den Konsumentenschutz zu unterstĂŒtzen. Eine Möglichkeit dazu bietet die vom Schweizer Tierschutz STS mitgetragene Fair-Food-Initiative.

www.essenmitherz.ch

pd

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