Augen auf beim Daunenkauf

Gänse machten auf ihr Schicksal aufmerksam

40 Stoffgänse machten mit Plakaten an der Bahnhofstrasse in Zürich auf ihr Schicksal in der Bettwarenindustrie aufmerksam. An einem Stand zeigte VIER PFOTEN stellvertretend für die Tiere auf, wie die Schweizer Bettwarenindustrie das Leid der Gänse minimieren will und auf was die Konsumenten beim Kauf von Bettwaren achten können.

(Bild: zVg) VIER PFOTEN setzt sich gegen Lebendrupf und Stopfmast von Gänsen ein

(Bild: zVg) VIER PFOTEN setzt sich gegen Lebendrupf und Stopfmast von Gänsen ein

In einer Bettdecke sind die Daunen und Federn von 40 Gänsen und Enten enthalten. Jede einzelne Daune und Feder hat einen langen Weg zurückgelegt: vom Elterntierbetrieb zur Mastanlage, zum Schlachthof, zur Wäscherei, zum Produzenten und zum Händler. Lebend­rupf und Stopfmast sind Praktiken, die entlang der hochkomplexen Lieferkette noch immer praktiziert werden. Kontrollen in der Bettwarenindustrie haben bis vor kurzem Daunen aus der Stopfmastproduktion nicht ausgeschlossen, und die Farmen, auf welchen die Tiere leben, wurden kaum kontrolliert. Damit diese tierquälerische Daunengewinnung auf jeder Stufe der Produktionskette bestmöglich ausgeschlossen werden kann, müssen die Kontrollen direkt auf den Farmen stattfinden: umfassend, unangemeldet und mindestens einmal im Jahr. So kann sichergestellt werden, dass die Tiere nicht zu Lebzeiten gerupft oder gestopft wurden.

Meilenstein für den Tierschutz in Schweizer Bettwarenindustrie
Der Verband Schweizer Bettwarenfabriken (VSB) hat gegenüber VIER PFOTEN schriftlich bestätigt, den Zertifizierungsstandard Downpass 2017 umzusetzen, welcher Kontrollen bis auf die Farmebene vorsieht, um so die Verwendung von Daunen aus Lebendrupf und Stopfmastproduktion mit grös­ser­er Sicherheit ausschliessen zu können. Auch der Handel hat inzwischen die Notwendigkeit von stärkeren Kontrollen entlang der gesamten Lieferkette erkannt. Viele Schweizer Bettwarenhändler werden in Zukunft eine stärkere Rückverfolgbarkeit von ihren Lieferanten fordern. Dies soll durch die strengsten Zertifizierungsstandards und Kontrollen gewährleistet werden. Zudem haben diese Unternehmen bereits synthetische Alternativen wie zum Beispiel Baumwolle, Polyester oder Viskose zu Daunen in ihrem Sortiment, welche aus Tierschutzsicht natürlich immer zu bevorzugen sind.

Der Downpass 2017 ist ein Zertifizierungssystem, welches Lebendrupf und neu auch Stopfmast explizit ausschliesst. Dies ist eine erfreuliche Verbesserung gegenüber den bisherigen Richtlinien des Downpass 2016. Neben weiteren neuen Massnahmen werden nun auch zwingend die Mastbetriebe kontrolliert. Trotz dieser Verbesserung sind die angedachten Kontrollen (nur alle zwei Jahre und fehlende Strenge bei der Stichprobenauswahl) nach Meinung von VIER PFOTEN unzureichend. Um diese Schwächen zu  beheben, wird im Mai 2017 eine überarbeitete Version veröffentlicht. Mit der geplanten Änderung einiger wesentlichen Punkte wird der Downpass 2017 Daunen aus Lebendrupf und der Stopfmastproduktion mit grösstmöglicher Sicherheit ausschliessen können. Als einer der wichtigsten Akteure in der Schweizer Bettwarenindustrie hat der Verband der Schweizer Bettwarenfabriken (VSB) schriftlich bestätigt, dass sich sowohl der Verband als auch die einzelnen Mitglieder Downpass 2017 zertifizieren lassen werden.

pd

Weitere Infos:
VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Enzianweg 4
8048 Zürich,
Tel. 043 311 80 90
www.vier-pfoten.ch

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